Über die Zukunft der Ausbildung wird viel geredet, meist getrennt:
der Betrieb hier, die Berufsschule dort, die überbetriebliche Ausbildungsstätte
woanders. Am Ende sind es oft die Azubis* selbst,
die die Informationen zwischen den Lernorten hin- und hertragen.
Neu ist das Problem nicht. Schon 1997 hielt der Hauptausschuss des
Bundesinstituts für Berufsbildung fest: „Der Lernortkooperation kommt zur
Bewältigung der Anforderungen in der beruflichen Bildung besondere Bedeutung
zu.“1 Fast dreißig Jahre später ist sie vielerorts noch immer die
Ausnahme statt die Regel.
Der Druck ist seitdem gewachsen. Seit August 2021 sind die vier
Standardberufsbildpositionen, darunter „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“,
in allen neu geregelten Ausbildungsberufen verbindlicher Mindestinhalt.2
Nachhaltiges Handeln lässt sich nicht in einer Unterrichtsstunde abhaken und
nicht an einem Lernort allein vermitteln. Wer es einlösen will, muss sich
über die Lernorte hinweg abstimmen.
Genau dafür gibt es die Berliner Innovationsgespräche: ein Arbeitsformat,
aus dem man mit etwas Konkretem herausgeht. Überparteilich,
ergebnisorientiert und offen für andere Sichtweisen. Ein Arbeitsformat, kein Bühnenprogramm.
Das Besondere daran: Hier entstehen nicht nur gemeinsame Lösungen. Wer aus dem
Betrieb kommt, versteht am Ende des Nachmittags den Lehrplan besser. Wer aus der
Schule kommt, kennt die betriebliche Taktung genauer. Der Diskurs der
unterschiedlichen Perspektiven ist selbst die Qualifizierung.